Die chinesische Geomantie, das Feng-Shui (wörtlich: "Wind und Wasser") lebt als stetig tradierte, in menschlichem Maß gewachsene Naturphilosophie. Sie arbeitet mit Bildern und Symbolen, denen die geografischen und kulturellen Gegebenheiten Chinas zugrunde liegen. So gelten z.B. die Himmelsrichtungen Norden und Nordosten als unheilbringend, da von dort die eiskalten Winde und die unzähligen Invasionen, die China überrollten, kamen. Deshalb werden im Feng-Shui die nördlichen Richtungen durch Berge oder Mauern geschützt. Bei uns hingegen weht der Wind meist aus dem Osten oder Westen, und der Norden wird kaum mit Gefahr in Verbindung gebracht, was sich auch in der Geomantie widerspiegelt. Daneben hat z. B. gerade im Großraum Dresden die Elbe einen starken Einfluss auf das Leben in dieser Region. Aber auch die geologischen Verhältnisse und Strukturen sind für Dresden und das Umland von besonderer Bedeutung.
Die Hauptaufgabe, schon der ältesten Form des Feng-Shui, war es, die männliche Macht zu stützen. Von Kaiserpalästen bis zu Konzernzentralen wurde und wird Feng-Shui zur Sicherung von Macht und Herrschaft eingesetzt.
Diese Form der Geomantie, ob sie nun chinesisch, indisch oder mittelalterlich ist, steht nicht im Einklang mit den Gesetzen des Lebens auf der Erde und stört deshalb das ökologische Gleichgewicht.
Die Natur arbeitet mit selbst regulierenden offenen Systemen, in denen alles miteinander in Beziehung steht. Was wir heute brauchen ist daher eine Geomantie, welche die Gesetze des Lebewesens Erde wieder respektiert und berücksichtigt: beziehungsfähig, offen und ausgleichend.